Abschied

…irgendwann im Mai 2003 

Erster Arbeitstag.
Schneeweiß ist sie, mit grüner Klinke. Dahinter ein Großraumbüro. Grüner Teppich mit Gehspuren. Zigarettenrauch. Viele Schreibtische. Fette Monitore. Sehr nette, freundliche Kolleg:innen.
Passend zu diesem brauen 50er Jahre Gebäude, mit der fetten schweren Seppelraute als Türgriff und dem grünen Geländer im Treppenhaus.

Werksführung gewünscht? Oh ja!

Dunkelheit. Feuer. Flüssiges Messing. Viele fleißige Arbeiter in grauen Arbeitshosen. Dreck. Staub. Es ist warm und stickig.
Ein Zeitsprung zur industriellen Revolution? 
Frische Luft gibts draussen, vor dem Stangenzug. Und leichten Nieselregen ins Gesicht.

Der Boden dröhnt.  Ohrenbetäubender Lärm. Maschinen, in denen offenes Feuer brennt. Menschen stehen davor, betätigen Hebel und Bauteile. Sie werden später durch hochmoderne Roboter abgelöst, bevor diese wieder verkauft werden.
Viele der Armaturen wurden hier gepresst oder vielleicht geschmiedet. Tag für Tag.

Ein paar Jahre später… 

Messewände verpacken. Kisten prüfen, für den Versand zur Messe. Zu vielen Messen.
Alle haben geholfen. Der Bau der Produktwände reibungslos. Der Einkauf aller Services super. Der Versand erstklassig. Auf die Leute hier ist Verlass, ein eingespieltes, traumhaftes Team!

Die Sonne scheint. Unser Team ist super aufgestellt. Alle top in Form und gut gelaunt. Gleich fällt der Startschuss zum ersten Firmenlauf in Essen. 

Wir ahnten damals nicht, wie weit wir unserer Zeit doch schon voraus waren!

eute. 15.03.2022
Leere. Erinnerungen. Neugier. Freude.
Alles in Kisten verpackt. Schnell noch die Pflanzen abpolstern, in ihren Kartons.
Die Tür klingelt. Das Transportunternehmen ist da.

Abschied.

100 Jahre Seppelfricke. Ende.
Etwas Neues kann beginnen.

Teilen Sie diese Nachricht:

Mehr nachrichten

gerelateerde toepassingen